Auf ein Abendessen in Reykjavik für €306
Obwohl das Leben in Island und Reykjavik in den letzten Jahren spürbar billiger geworden ist und somit auch für Backpacker und Reisende mit geringem Budget attraktiver wird, gibt es weiterhin unzählige Möglichkeiten um richtig viel Geld liegen zu lassen. Vor allem, wenn man sich auf kulinarische Abenteuer einlässt.
Über €300 für ein Abendessen in Reykjavik
Bevor meine Freundin und ich nach Reykjavik kamen, haben wir in Seyðisfjörður zwei Australier kennen gelernt, mit denen wir von Egilsstaðir in die isländische Hauptstadt flogen. Nachdem dies spontan war und wir einen Tag früher als geplant in Reykjavik ankamen, hatten wir keine Unterkunft. Also schmuggelten wir uns ins Apartment der Ozzies und schliefen auf dem Boden.
Doch vorher musste unser Hunger gestillt werden. Sam befragt das Ipad, Lucas reserviert uns einen Tisch in einem naheliegenden Restaurant. Die Preise scheinen moderat zu sein, die Bilder sprechen für sich.
Um 19 Uhr betreten wir das modern eingerichtete Restaurant und werden in den Keller geleitet um an unserem Tisch Platz zu nehmen. Eine überaus freundliche Kellnerin gibt uns Empfehlungen und versprüht ihren Charme in alle Richtungen. Die österreichisch – australische Gruppe entscheidet sich für ein “Tasting Menu”. Von allem gibt es ein bisschen Etwas. Der Preis: ISK 9.400, rund € 60. In meiner Euphorie und Freude über die neue Bekanntschaft, habe ich den Preis gekonnt ignoriert und mir nichts gedacht. €60 sind doch eine Menge Geld?
Das Menü und der unbezahlbare Abend
Es geht los! Serviert bekommen wir gegrillten Lachs mit Fenchel und Lotuswurzeln, fein geschnittene Filetstücke vom Rind, Langusten in einer Zwiebel – Champagner Sauce, und einen zarten Seeteufel in einer Wasabi – Butter Sauce. Unfassbar lecker und ein wahrer Genuß. Immerhin stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. In unserem Übermut bestellen wir eine Flasche Wein die uns fast €70 kostet. Auch hier merken wir erst später in welche Unsummen wir uns stürzen.
Der Abend nimmt seinen Lauf, die Gespräche sind interessant und die Atmosphäre prickelnd. Die Rechnung wird uns präsentiert, Lucas befragt sein Iphone über den aktuellen Wechselkurs und kriegt seinen Mund nicht mehr geschlossen. Er zeigt uns die Summe: €306, 60. Autsch! €76 pro Person. Unser Reisebudget ist also um €150 geschrumpft. Schock! Und dann: Ein Gelächter und die Gewissheit einen Abend verbracht zu haben, den man nie vergessen wird. Sam und Lucas werden wieder von uns hören, spätestens wenn wir sie in Australien im Rahmen unserer Weltreise wieder treffen. Canberra kann kommen! Diesmal aber ohne eine horrende Rechnung, Jungs!
Wohin hat es uns in Reykjavik also verschlagen? Du kennst bestimmt die Starköche Europas, namens Rach, Ramsay, Bourdain! Auch Island hat eine Köchin, die einen weltweiten Ruf genießt. Ihr Name: Hrefna Rósa Saetrans, Besitzerin des Restaurants “Fiskmarkadurinn” in Reykjavik. Nachträglich wird mir einiges klar: Der Preis, aber auch die Qualität der Speisen haben einen Namen! Einen interessanten Artikel über die Küche Island`s gibt es übrigens bei der FAZ.








