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Hinter den Kulissen von Breitengrad53

Erst nachdem ich Jörg Baldin von Breitengrad53 gedroht habe seine Puppensammlung zu verbrennen, hat er sich erklärt ein Interview mit mir zu machen. Stellt euch das mal vor! Quatsch! Meine spontane Anfrage beantwortete Jörg mit besten Gewissen und verrät uns was es heißt ein “Blogger” zu sein und wieviel Arbeit hinter seinem lesenswerten Blog steckt. Sympathisch ist mir vor allem die konstruktive Kritik, die er im Interview ausübt.

Der Macher von Breitengrad53 bei der Arbeit!

Der Macher von Breitengrad53 bei der Arbeit!

Jörg, du bist seit 2011 – wie du selber sagst – stolzer Besitzer deines Reiseblogs Breitengrad53. Wie hat das Projekt begonnen und was hat dich bewogen einen Blog online zu stellen?

Ich war über elf Jahre Redakteur einer Zeitung in Lübeck und habe dann im Jahr 2000 den Bereich komplett gewechselt und leider die journalistische Arbeit aufgegeben. Als ich mich im letzten Jahr selbstständig gemacht habe, war es mein Wunsch, wieder zurück in den Journalismus zu gehen. Da war die Idee des Blogs geboren. Zuerst hieß meinReiseblog auch noch tripNAVIGATOR, erst seit Mitte April gibt es BREITENGRAD53 in dieser Form, also aus einer Mischung von Reisemagazin und Reiseblog

Wieviel Zeit investierst du in deine Artikel?

Kommt auf das Thema an. Die meiste Zeit geht für die Bilder und die Videos drauf, würde aber pauschal sagen, etwa 1,5 Stunden pro Post.

Wieviele Stunden in der Woche verbringst du mit der Pflege deines Projekts?

Täglich so drei bis vier Stunden. Dass hat vor allem auch mit der Optimierung des Blogs zu tun, Videos produzieren, schneiden, Texte erstellen, einstellen usw. Viel Zeit geht auch für die Kontaktpflege mit den Agenturen drauf.

Wie zu lesen ist “läuft” dein Blog! Bedeutet dies du kannst davon leben?

Nein, auf gar keinen Fall. Ich verdiene zwar etwas Geld mit dem Blog, ist aber auf jeden Fall noch ausbaufähig ;-) Mein Ziel ist es aber, irgendwann mal davon leben zu können *Träumerei zu Ende* Für mich ist aber auch schon ein Erfolg nach gerade mal knapp fünf Monaten auf 165.000 PI’s mit BREITENGRAD53 zu kommen. Sensationell…

Du hast mittlerweile eine Vielzahl an Ländern bereist und bestreitest auch Pressereisen. Hand aufs Herz: Pressereise oder lieber eine eigene Tour?

Ach, dass kommt darauf an, was für Themen geboten werden. Klassische Pressereisen, bei denen von Hotel zu Hotel gefahren wird, sind für mich uninteressant. Ich stehe auf Themen, die nicht alltäglich sind, die ich mit der Videokamera einfangen kann und die auch von Interesse für mich und meine Leser sind. Daher sind eigene Touren spannender aber auch zeitintensiver, hier muss ja im Vorfeld alles erarbeitet und arrangiert werden.

Du warst neulich auf einer Pressereise im schönen österreichischen Burgenland. Erzähl uns doch wie dies zu Stande kam!

Ich war auf einem Blogtrip im Burgenland und mit mir noch drei andere Blogger. Hier war zwar auch alles durchgeplant, aber es gab viele interessante Angebote, die auch für mich als Blogger und meine Leser lesens- und sehenswert sind: Schnitzkurs mit der Motorsäge, Übernachtung auf einer echten Ritterburg, Konzerte etc. Also nicht alltägliche Dinge, die ich als Blogger gut verarbeiten kann. Die Klickzahlen in meinem Blog bestätigen das auch.

Was gefällt dir am “bloggen”, was nicht?

Eigentlich macht mir das “bloggen” absolut viel Spaß und auch die Situation der deutschen Blogger ist im Moment ja echt spannend. Die Tourismusbranche erkennt ja so langsam uns Blogger auch als seriöse Reiseberichterstatter an. Ich würde mir wüschen, dass man als “Neuling”, und so betrachte ich mich auch noch, schneller in den Kreislauf der Agenturen aufgenommen wird.

Die deutschsprachige Szene der Reiseblogger steckt im Vergleich zu den USA vergleichsweise in den Kinderschuhen. Was braucht ein guter Blogger um in Internet erfolgreich zu sein?

Kontakte, Kontakte, Kontakte und eine dicke Haut. Es ist meiner Meinung nach ziemlich anstrengend und zeitintensiv, einen Blog auf die Beine zu stellen und dann auch von den Agenturen akzeptiert zu werden. Leider werden die großen “Bonbons” kaum an startende Blogger vergeben, die bekommen meistens dann die “alten Bekannten”. Und davon lebt ein Blog nun mal, von tollen Reisen und Erlebnissen. Leider haben die wenigsten Blogger die Möglichkeit, diese Reisen aus eigener Tasche zu bezahlen und sind auf die Unterstützung der Agenturen angewiesen. Leider habe ich auch das Gefühl, dass man erst mit solchen Berichten aus fernen Ländern in der Szene und bei den Agenturen akzeptiert wird. Hier beißt sich die Katze selbst in den Schwanz…

Und wie sollte man deiner Meinung nach die Situation ändern?

Die Agenturen, aber vor allem die Destinationen sollten sich für Blogger mehr öffnen. Wenn ich zum Beispiel höre, dass ein Land nur Budget für einen Blogger aus Deutschland hat, aber 15 Printjournalisten einlädt, stimmt das Verhältnis irgendwie nicht ganz. Und als Agentur nehme ich dann wahrscheinlich einen Blogger, der mir bekannt ist und mit dem ich schon mal zusammengearbeitet habe. Hier sollte nicht nach Vitamin B ausgewählt werden.

Wohin führt die Richtung von Breitengrad53? Gibt es Pläne für die Zukunft?

Klar, Pläne sind da. Zunächst möchte ich meinen Blog weiter etablieren und bekannter machen. Technisch und optisch ist der Blog aus meiner Sicht optimal eingestellt, da brauche ich im Moment nichts verändern. Ansonsten stehen in diesem Jahr noch zwei größere Reisen an, ich möchte meine Videos noch deutlich verbessern und wahrscheinlich werde ich einige Themen noch ändern, aufnehmen oder rausschmeißen.

Wohin geht es dieses Jahr?

Ich hab vier, vielleicht fünf Reisen bisher geplant. Zuerst geht’s Anfang September nach Barcelona, dann im Oktober nach Mallorca, dann im November nach Dubai, wahrscheinlich auch noch nach Kalifornien und zum Abschluss des Jahres dann ganz sicher nach Dänemark. Da oftmals die Agenturen kurzfristig planen, kann es aber auch sein, dass noch weitere Ziele dazu kommen.

Drei Reiseblogs, die man deiner Meinung nach kennen sollte?

Für mich im Moment der beste Reiseblog in Deutschland ist Von Unterwegs von meinem Freund Christoph Pfaff, der sehr geile Videos dreht und auch super Themen hat. Noch neu aber auch ein toller Blog ist „Planet Backpack“ von Conni sowie „Sonne und Wolken“ von Jana. Diese Blogs besuche ich regelmäßig und finde sie wirklich sehr lesenswert und gut gelungen.

Was braucht ein Anfänger um einen Reiseblog zu betreiben? Kann das jeder?

Klar kann das jeder, kommt doch vor allem darauf an, welches Ziel der Reiseblog verfolgen soll. Ein Blog dient ja im Ursprung dazu, seine Reiseerlebnisse als „Tagebuch“ zu veröffentlichen. Will man professioneller Blogger werden, sind sicherlich einige Voraussetzungen notwendig: In erster Linie sollte man eine gute Schreibweise an den Tag legen und sich von den PR-Agenturen nicht vor den Karren spannen lassen. Immer seine eigenen Ansichten veröffentlichen, auch wenn die Agentur eigeladen hat, ist absolut notwendig.

Zu deinem Reiseprofil: Wo hat es dir besonders gut gefallen?

Als Fernziel ganz klar Australien. Dort habe ich drei Monate gelebt und Land und Leute wirklich lieben gelernt. Als Nahziel finde ich tatsächlich Mallorca richtig gut. Die Insel hat Abseits von Ballermann und Bierkönig wirklich viel zu bieten. Aber auch in Deutschland und Österreich gibt es viele schöne Ecken.

Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Interview. Ich bin überzeugt, dass gerade Neueinsteiger in der Szene erfahren konnten, wieviel Arbeit doch hinter einem “Blog” steckt.

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4 Antworten to “Hinter den Kulissen von Breitengrad53”

  1. Jana sagt:

    Schönes Interview und viele wahre Worte ;-) Ich freue mich natürlich sehr über das Lob und die Erwähnung :-)
    Liebe Fernwehgrüße, Jana von Sonne & Wolken

  2. Thomas Ott sagt:

    Das Kernproblem ist ja nicht, daß Jörgs Blog neu ist, sondern daß er schlicht und ergreifend kein Profil hat und sich penetrant überall aufdrängt. Er schreibt unzählige Blogs an und fragt, ob man ihn denn nicht interviewen wolle; das habe ich nun schon von mindestens 7 Bloggern unabhängig voneinander gehört. Er schreibt wirklich lieblose Kurzartikel auf Blogs wie HRS; damit macht er sich natürlich auch nicht unbedingt Freunde, denn es gibt beliebtere Unternehmen in der Touristik als HRS. Offensichtlich braucht er aber das “Geld” (für 10 Veröffentlichungen gibts nen 150-200 Euro Hotelgutschein) oder geiert nach vermeintlich hochwertigen Backlinks. Das Wesentliche: Breitengrad53 hat mit einem Reiseblog nicht viel zu tun. Es ist eine Werbeklitsche, jegliche Fernziele (Thailand, Südafrika, DomRepm, Bali, Libanon, Malediven und viele viele mehr) bestehen nur aus Gastartikeln, Pressemitteilungen von Agenturen oder Texten mit bezahlen Werbelinks. Eigenleistung? Fehlanzeige. Mehrwert für den Leser? Null. Und auch die anderen Artikel sind handwerklich so schlecht, daß es mich verwundert zu hören, er käme aus dem Journalismus. Die angegebene Statistiken und Besucherzahlen ziehe ich auch mal in Zweifel, so konträr wie sie mit den unabhängigen Traffic-Ranks auseinander gehen.

    Wenn ich dann hier die Jammerei lese, daß Agenturen sich mehr gegenüber ihm öffnen sollen, dann wird leider deutlich, daß er das System überhaupt nicht verstanden hat.

    Ich habe mit der Bloggerei wenig am Hut, weil mir hierfür schlicht die Zeit und Motivation fehlt. Dennoch werfe ich gerne mal einen Blick in die deutschen Blogs und muss feststellen, dass Breitengrad zu den qualitativ schlechtesten und zugleich nervigsten gehört. Ein Motto könnte sein “Klasse statt Masse”, in jeder Hinsicht. Bin gespannt, ob man hier mit Kritik leben kann oder wegzensiert wird. LG, Thomas

    • Thomas sagt:

      Hallo Thomas!

      1. Muss ich eines nochmals verdeutlichen: Die Interview Anfrage kam von mir und nicht von Jörg.

      2. Ist konstruktive Kritik gerne gesehen. Ob deine Kritik das ist wage ich zu bezweifeln, da mir dein Kommentar nach einem Rundumschlag aussieht.

      3. Gibt es die Problematik mit den Fernzielen (wie im Interview erwähnt): “Neue” Blogger bekommen keine lukrativen Angebote.

      4. Alles andere was Jörg macht um seinen Blog populärer zu machen obliegt ihm. Am besten wäre es also deine Kritik auf seinem Blog zu publizieren und nicht hier.

      5. Wird bei mir nur Spam wegzensiert. Da sich die Kritik nicht gegen mich richet, ist es einfach dein Kommentar zu veröffentlichen.

      6. Einen schönen Tag noch! ;)

  3. Jörg Baldin sagt:

    Hallo Thomas,
    eigentlich wollte ich mich zu dem Kommentar gar nicht äußern, aber irgendwie verletzen mich doch Deine Aussagen, denn vieles ist schlichtweg gelogen. Ich habe bisher bei keinem einzigen Blogger angefragt, ob er ein Interview mit mir machen will. Dass Dir mein Blog nicht gefällt, finde ich zwar schade, aber das ist Geschmackssache und mir eigentlich egal. Es gibt viele andere Leser, die genau das Gegenteil behaupten. Und ich finde es gut, dass Du Reiseblogs liest und auch aktiv Kommentare abgibst, aber doch bitte immer schön bei der Wahrheit bleiben. Und wenn die Kritik dann noch konstruktiv ist, hast Du alles richtig gemacht und wir alle können davon lernen. VG, Jörg

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