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Moskau zeigt seine Anabolika gestärkten Muskeln

Wir haben es geschafft. Nach einer Fahrt durch die Nacht in der Holzklasse der Russischen Staatsbahnen, haben wir die russische Hauptstadt erreicht.

Welcome to the Jungle

 

 

Unser erster Tag in Moskau begann relativ ungemütlich, da wir ca. 2 ½ Stunden brauchten um unsere Unterkunft zu finden, die sich später eher als Metlabor, denn als Schlafplatz eignete. Dazu gleich mehr.
Im Gegensatz zur Metro in St. Petersburg wird in Moskau auf Touristen gepfiffen. Keine Übersetzungen, nichts! Kein Problem. Jedes Land sollte bestimmen wie touristisch öffentliche Einrichtungen sein sollen. Anpassen ist angesagt. Dies bedeutet jedoch, dass eine Fahrt mit der Metro in Moskau ein kleines Abenteuer ist. Im kyrillischen Dschungel dauert es lange, bis man seine Orientierung wieder findet.

Unsere Taktik für die erste Fahrt verlief nach dem Motto „Try and Erroe“. Einsteigen, mal sehen wo wir landen. Natürlich war es die falsche Richtung, also gleich wieder zurück.
Schlussendlich erreichten wir die richtige Station und begaben uns auf die Suche nach unserem Hotel. Zwei Stunden später kannten wir die Gegend wie unsere Westentasche und standen in einem Innenhof vor einer verschlossenen Metalltür. Wir wussten, dass wir richtig waren, schließlich haben wir fünf Personen befragt. Kein Schild, keine Glocke, null!
Hätte ein Gast nicht seine aufgehängte Wäsche geholt, würden wir noch heute warten. Im Innenbereich der Drogenküche, ähh, Hostels, rannten wahrlich seltsame Gestalten herum. Der Chef schlief wohl noch seinen Rausch aus und die Funktion des Mädels in Unterwäsche ist mir heute noch unbekannt. Ach, lass uns einfach abhauen! Gesagt, getan!
Schlussendlich landeten wir im Safari Hostel, unweit des Bolschoi Theaters. Sauber, nette Menschen und eine Österreicherin im 4 Bett Zimmer. Mit €70 für zwei Nächte billig in Moskau.

Wie ist die russische Hauptstadt?

 

 

Erstmal verflucht groß! Dann teuer! Danach: Mercedes, BMW, Range Rover, Bentley! Was ich meine? Noch nie, nie, nie habe ich nur annähernd so viele Bonzenkarren gesehen wie in dieser Stadt. Im Zentrum Moskaus fahren keine Autos, die weniger wert sind als eine Eigentumswohnung in Wien. „Hey du, ja du, mit dem Range Rover!“. „Wozu brauchst du einen Geländewagen, der 20 Liter Benzin in die Luft bläst, wenn du den Zündschlüssel drehst?“ Wer das Geld hat, darf auch parken wo er will. So werden Gehsteige und zweispurige Straßen zu einem Parkplatz umfunktioniert. Mit einem Wort, Moskau ist „ANABOLIKA“.
Sollen sie doch ihre Botox Ladies in ihren fetten Karren in der Gegend kutschieren.

Jedem das Seine. Aber wenn es darum geht die Stadt zu erkunden, dann bist du als Fußgänger zweite Klasse. Vier Spuren in eine Richtung machen dir ein überqueren der Straße unmöglich. Es sei denn eine Unterführung ist in der Nähe. Nah kann ein Kilometer auch sein.
Immerhin konnte ich einen neuen Rekord verzeichnen was die Wartezeit bei einer Ampel betrifft: Eine Zigarettenlänge (also ca. 4 Minuten) und dann doch über Rot gegangen. Katastrophe!

Moskau fehlt es an Charme! Verglichen mit St. Petersburg – wo man sich in der ersten Stunde wohl fühlen kann – ist die Hauptstadt der Reichen und Schönen wenig einladend.
Ja, der rote Platz mit der Basilius Kathedrale ist nett anzusehen. Auch den Kreml kann man sich mal ansehen. Oder das russische Museum mit seinen 250.000 Exponaten. Diverse orthodoxe Kirchen laden auch zum Verweilen ein. Dann bleiben aber nur mehr unzählige Museen und Theater. Da die meisten Museen keine englischen Übersetzungen aufliegen haben, bleibt nur der Griff zu den teuren Audioguides. Nicht mein Fall!

Fazit: Moskau kann man schon mal gesehen haben. Viele Möglichkeiten gibt es hier aber nicht und im Gegensatz zu St. Petersburg ist Moskau uncharmant. Ich meine nur die Stadt, die Menschen in Moskau sind nett und hilfsbereit.

Der nächste Beitrag wird die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn behandeln und du erfährst auch wieso Novosibirsk das echte Russland ist.

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