Wie zwei Aussies meine Art des Reisens veränderten
Letztes Jahr machten meine Freundin und ich einen Trip zu den Färöer Inseln, Island, Nordirland und Wales. Obwohl die Reise toll war, hatten wir speziell in Island eine einzigartige Zeit mit zwei Männern aus Down Under. In Seyðisfjörður – an der Ostküste Islands – lernten wir Sam und Lucas von Canberra kennen.
Das erste Treffen mit Sam und Lucas!
Seyðisfjörður ist der erste Ort Islands den man zu Gesicht bekommt wenn die Anreise per Schiff von Torshavn statt findet. Landschaftlich schön, aber was die öffentlichen Verkehrsmittel – vor allem im Winter – betrifft eine isländische Einöde. Nächster Bus: Am nächsten Tag. Den Rucksack auf den Rücken geschnallt und ab zur nächsten Jugendherberge! Auf dem Weg zur besagten Unterkunft, kamen uns Sam und Lucas bereits entgegen.
Ich: “Closed?”
Lucas: ” Yes, but there is another YH down the street. Want a cookie?”
Als ich nach dem Keks griff und mich bedankte, ahnte ich noch nicht, dass ich mit den zwei Jungs die nächsten Tage in Island verbringen werde. Wir bezogen unser Zimmer in der JH (ein ehemaliges Krankenhaus mit rießigen Zimmern, toll!) und hatten ein, zwei Smalltalks mit den Australiern. Unser Plan war es mit dem Bus von Egilsstaðir nach Akureyri und dann weiter nach Reykjavik zu reisen. Sam erzählte uns aber von diesen billigen Flügen. Anstatt zwei Tage in einem Bus unterwegs sein zu müssen, flogen wir in etwas mehr als einer Stunde in die isländische Hauptstadt. Für den selben Preis!!
Dadurch kamen wir einen Tag früher nach Reykjavik und hatten keine Unterkunft. Sam und Lucas hatten ein Apartment gebucht und luden uns ein am Boden zu schlafen. Wir nahmen das Angebot dankend an. Die einzige Bedingung: Wenn die Besitzerin auftaucht: Verschanzen! Gesagt, getan!
Die folgenden Tage waren einfach großartig und bei den Beiden hatte ich das Gefühl sie seit Jahren zu kennen. Wir fuhren einen Tag entlang des Golden Circle und aßen ein Abendessen für über €300.
Was hat sich also an meiner Reiseart geändert?
Bevor ich die Australier traf, hatte ich meist einen fixen Plan in Sachen Unterkunft, Sehenswürdigkeiten etc. Ich war also ziemlich starr wenn es darum ging flexibel zu sein. Ich mag es nicht am Nachmittag noch nicht zu wissen, wo ich am Abend schlafen werde. Aber ich merkte, dass die gewonnene Flexibilität einen rießen Vorteil hat: Spontan entstehen Freundschaften. Spontan entstehen gemeinsame Reisen mit fremden Menschen. Gemeinsame Erfahrungen werden geteilt. Gemeinsames Geld wird geteilt.
Obwohl ich Sam und Lucas nicht kannte, hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl. Normalerweise bin ich lieber etwas misstrauisch als zu naiv um etwaigen Gefahren zu entgehen. Aus keinem bestimmten Grund ließ ich mich in Island auf das Mini – Abenteuer ein und hatte eine der schönsten Wochen meines Lebens.
Nach wie vor finde ich es gut einen Plan zu haben. Aber einen, den ich jederzeit ändern und über den Haufen werfen kann. Nach wie vor finde ich es schön zu wissen wo ich am Abend schlafen kann. Nein, ich will kein Nomade sein, aber nur die Spontanität, Flexibilität und ein gesunder Hausverstand ermöglichen Dinge, die sonst nicht möglich wären.
So und nicht anders änderten zwei Aussies meine Art des Reisens. Und Jungs, ich freue mich so sehr euch im Dezember in Canberra wieder zu sehen.









Hallöchen! Was für eine tolle Geschichte! Ich habe mich sehr in deinen Erzählungen wiedergefunden. Auf Reisen habe ich auch am liebsten von allem einen genauen Plan, weiß wo ich schlafe, was ich sehen will und ausschlafen fällt mir furchtbar schwer… Aber in letzter Zeit habe ich auf Reisen einige Menschen getroffen – so wie Sam und Lucas bei dir -, die mir gezeigt haben, wie schön es sein kann mal von dem Plan abzuweichen
Liebe Grüße, Jana